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Die Männer müssen stärker zusammenhalten
Männerbüro Bei Scheidungen werden Männer benachteiligt, kritisiert der Soziologe und Männerberater Martin Schoch (Joél Hoffmann)

Das Männerbüro Region Basel hat seit diesem Monat eigene Räumlichkeiten an der Greifengasse in Basel, dies nach 16 Jahren Untermiete bei anderen Institutionen. Wieso erst jetzt?

ImageMartin Schoch: Wir brauchen mehr Platz, weil in den letzten Jahren der Bedarf massiv zugenommen hat. Die Zahl der hilfesuchenden Männer nahm zwischen 2008 und 2010 um 40 Prozent zu. Die Anzahl Beratungen hat sich in den letzten drei Jahren gar verdoppelt. Mit vier freiwilligen Beratern und einer 50 Prozent-Stelle haben wir bereits jetzt kaum genügend Kapazität um auch noch wichtige Informationsarbeit oder Networking zu betreiben. Wir können uns die höhere Miete aber auch nur leisten, weil uns die Behörden und Stiftungen finanziell unterstützen.

Haben Basels Männer denn mehr Probleme als früher? Das ist nicht so. Dass wir mehr Klienten haben, liegt einerseits daran, dass das Männerbüro bekannter ist als früher. Andererseits getrauen sich immer mehr Männer Hilfe zu hohlen. Wer zu uns kommt, fühlt sich aber oft schon am Boden. Dass sie erst spät zu uns kommen liegt daran, dass Männer in unserer Gesellschaft ihre Identität in einer Konkurrenz- und Siegerkultur herstellen müssen. Das bedeutet: Wer sich Hilfe holt, ist schwach und unmännlich.

Sie bieten auch Gruppengespräche an. Ist da dieses Männerbild nicht hinderlich für die Beratung?
In der Tat. Männergruppen funktionieren nicht ohne Chef: Wer eine Krise durchgestanden hat und überhaupt anderen Männern helfen will, tut dies oft nur, wenn er zeigen kann, wie es geht. Aber basisdemokratische Männersolidarität wird immer mehr zu einem Thema.
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Gewaltig gefährdet – Täter Alkohol?!
Gewaltig gefährdet – Täter Alkohol?! Auszug aus der Medienmitteilung anlässlich des nationalen Aktionstag Alkohol vom 18. November 2010. (Gerhard Gerster)

Gewalt und Alkoholkonsum „Sowohl Alkohol als auch die Gewalt wirken und verändern kurzfristig die Situation des Täters zu seinen Gunsten“, sagt Walter Grisenti, Leiter des Männerbüros Region Basel. Bei Gewaltanwendung unter Einfluss von Alkohol, beobachtet er, „findet die Alkoholisiertheit des Gewaltausübenden oft Nachsicht durch die Umwelt“. Der Weg aus der Gewaltspirale unter Alkoholeinfluss „Analog zum Alkoholkonsum mit dem versucht wird, die Probleme zu vergessen und dies für einen kurzen Moment auch gelingt“, so Grisenti, „versucht eine gewalttätige Person einen Konflikt oder eine ausweglos erscheinende Situation mit Gewalt zu lösen.“„Will eine gewalttätige Person ihr Verhalten ändern, muss die persönliche Gewaltdynamik und den damit verbundenen Alkoholkonsum erkannt werden“, so der erfahrene Berater.

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Hilfe konkret: Aus dem Männerbüro Berichtet
Für Frauen gibt es längstens Beratungsstellen, die ihnen helfen, ihre Rechte wahr zu nehmen. Das Männerbüro versteht sich als Beratungsstelle für konkrete Hilfe, zeigt Wege der Konfliktbewältigung auf und bietet damit Hand zur Gewaltprävention.

Der im Folgenden beschriebene Fall spielt sich aber im Alltag des Männerbüros beinahe täglich ab. Peter Fischer (Name fingiert) ist 42 Jahre alt und will sich von seiner Frau trennen. Er ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und lebt vorübergehend bei einem Kollegen. Von Beruf ist der Vater zweier Mädchen Mechaniker. Weil er nicht genau weiss, was die Trennung für ihn in Sachen Unterhaltszahlungen bedeutet, und welche Rechten und Pflichten er hat, will er sich beim Männerbüro beraten lassen. Der Berater des Männerbüros nimmt gemeinsam mit dem Klienten eine Situationsabklärung vor. Fischers Fragen betreffen die Regelung für die Kinder und die Trennung selbst. Die Beziehung zu seiner Partnerin ist mit Konflikten beladen und voller Spannungen. Drohungen gegen sie, haben zum Einbezug der Behörden geführt.

Beim Gespräch mit dem Berater des Männerbüros wird Peter Fischer die finanzielle Dimension der Trennung klar. Er muss pro Monat 1250 Franken und pro Kind noch einmal je 600 Franken Alimente bezahlen. Insgesamt sind das 2450 Franken und mehr als die Hälfte seines nicht gerade üppigen Lohns.Fischer selbst bleiben zum Leben pro Monat 960 Franken, Miete und Krankenkasse ausgenommen. Alles andere versteht das Gesetz als Zusatzleistungen, die den Grundbedarf übersteigen. Die Diskrepanz seines eigenen Budgets zu dem, was seiner Partnerin zusteht,

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