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Hilfe konkret: Aus dem Männerbüro Berichtet |
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Für Frauen gibt es längstens Beratungsstellen, die ihnen helfen, ihre Rechte wahr zu nehmen. Das Männerbüro versteht sich als Beratungsstelle für konkrete Hilfe, zeigt Wege der Konfliktbewältigung auf und bietet damit Hand zur Gewaltprävention.
Der im Folgenden beschriebene Fall spielt sich aber im Alltag des Männerbüros beinahe täglich ab. Peter Fischer (Name fingiert) ist 42 Jahre alt und will sich von seiner Frau trennen. Er ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und lebt vorübergehend bei einem Kollegen. Von Beruf ist der Vater zweier Mädchen Mechaniker. Weil er nicht genau weiss, was die Trennung für ihn in Sachen Unterhaltszahlungen bedeutet, und welche Rechten und Pflichten er hat, will er sich beim Männerbüro beraten lassen.
Der Berater des Männerbüros nimmt gemeinsam mit dem Klienten eine Situationsabklärung vor. Fischers Fragen betreffen die Regelung für die Kinder und die Trennung selbst. Die Beziehung zu seiner Partnerin ist mit Konflikten beladen und voller Spannungen. Drohungen gegen sie, haben zum Einbezug der Behörden geführt. Beim Gespräch mit dem Berater des Männerbüros wird Peter Fischer die finanzielle Dimension der Trennung klar. Er muss pro Monat 1250 Franken und pro Kind noch einmal je 600 Franken Alimente bezahlen. Insgesamt sind das 2450 Franken und mehr als die Hälfte seines nicht gerade üppigen Lohns. Fischer selbst bleiben zum Leben pro Monat 960 Franken, Miete und Krankenkasse ausgenommen. Alles andere versteht das Gesetz als Zusatzleistungen, die den Grundbedarf übersteigen. Die Diskrepanz seines eigenen Budgets zu dem, was seiner Partnerin zusteht, sowie das drohende Existenzminimum sind Tatsachen, die Fischer nur schwer akzeptieren kann.
Wie soll das Gehalt eines Handwerkers bloss für zwei getrennte Haushalte reichen? Unter diesen Umständen schwindet seine Bereitschaft, sich auch für die Kinderbetreuung einzusetzen. Fischer muss sich eine möglichst billige Wohnung suchen, er fühlt sich machtlos und als Verlierer in jeder Hinsicht.
Es ist wichtig, dass die Klienten spüren, dass sie in dieser Situation nicht alleine sind, dass sie ihre Wut beim Männerbüro loswerden können. Der Berater reflektiert gemeinsam mit dem Klienten die Situation. Dabei sollen nicht die Rechte der Frauen und Kinder untergraben werden, sondern vielmehr die Männer und Väter auf ihre Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Was beispielsweise viele Männer nicht wissen, die sich in dieser finanziellen Situation eine möglichst günstige und entsprechend kleine Wohnung zulegen wollen: Die Kinder dürfen, wenn zu wenig Platz vorhanden ist, in der Folge nicht bei ihren Vätern übernachten. Das erschwert die Kinderbetreuung und belastet das Verhältnis zu den Kindern zusätzlich. Die Berater des Männerbüros empfehlen ihren Klienten deshalb, sich eine Wohnung mit genügend Raum zu suchen. Aber nicht nur bei der konkreten Wohnungsfrage wird Hilfe geleistet.
Die Berater zeigen den Männern auf, wie sie die Beziehung zu ihren Kindern pflegen können. Wie wär’s mit gemeinsamen Ferien? Sie helfen dabei, Stiftungsgesuche zu erstellen, wenn die Väter mit ihren Kindern in die Ferien fahren wollen. Denn wovon sollen diese sonst bezahlt werden? Ergänzungszuschläge durch das Sozialamt allerdings brauchen richterliche Trennungs-Beschlüsse. Übrigens: Männer, die ihr Arbeitspensum reduzieren, um sich mehr für die Kinderbetreuung einzusetzen und Kosten zu sparen, müssen mit Lohnpfändungen rechnen, wenn sie die vorgeschriebenen Beitragszahlungen nicht mehr entrichten können. Die Lebenssituation von Peter Fischer ist bestimmt nicht einfach. (W. Grisenti) |