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Beratung bei häuslicher Gewalt hilft allen
Über 60 Männer suchten im Jahr 2008 das Männerbüro auf. Davon kamen 46% wegen häuslicher Gewalt und über 80% , die sich an uns wandten, sind Väter. 75% wohnen mit ihren Familien in einer gemeinsamen Wohnung.

ImageDie Gesamtzahl der Kinder aller gewalttätigen Männer, die sich im im 2008 von uns beraten liessen, beträgt über 40. Zählen wir die Kinder aller Männer, die uns aufgesucht haben sind es über 100. Die meisten Männer wenden sich freiwillig an uns. Sie leiden unter ihrer eigenen Gewalttätigkeit. Ihre Gewalt zerstört Vertrauen und ihre Beziehung droht zu zerbrechen. Aus dem Gewaltkreislauf auszusteigen ist schwer. Letztlich sind Verlust- und Existenzängste sowie die steigende Hilflosigkeit gegenüber der eigenen Gewalt die Gründe, warum die Männer sich Hilfe suchen. Für viele ist dies der erste Schritt, um

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Interview mit Walter Grisenti
«Es kommen immer mehr Männer in unsere Beratung.» Walter Grisenti leitet seit vier Jahren das Männerbüro Basel. Gemeinsam mit den freiwilligen Mitarbeitern und dem Vorstand hat er die Institutionalisierung der Beratungsstelle weiter vorwärts getrieben höchste Zeit also, Ihnen Walter Grisenti einmal etwas näher vorzustellen. [Jana Ullmann]

Jana Ulmann: Warum braucht Basel ein Männerbüro?

ImageWalter Grisenti: Das Männerbüro ist eine polyvalente, niederschwellige Institution, die allen Männern offen steht. Die steigende Zahl von Klienten zeigt, dass es uns braucht. Die grösste Klientengruppe umfasst gewalttätige Männer. Ebenso beraten wir Männer in Trennung oder Scheidung sowie Männer mit Beziehungsproblematiken. Auch Männer, die selbst Gewaltopfer sind, suchen bei uns Hilfe. Für viele sind wir die erste Anlaufstelle, die meisten kommen freiwillig. Über 56 % der Männer werden von den Institutionen der Region auf uns aufmerksam gemacht. Wir senden ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit: Auch Männer haben Probleme, für Probleme gibt es Lösungsmöglichkeiten, über Probleme reden und Hilfe annehmen ist nicht unmännlich. Das Männerbüro ist meiner Ansicht nach ein Instrument der Gleichstellungspolitik. Die Existenzberechtigung eines Männerbüros sollte nicht nur an der Gewalt, sondern an der Gesamtproblematik festgemacht werden.

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"Ich kannte mich selber nicht mehr" Interview mit einem betroffenen Mann
Der Mann der in der Hotel-Lobby auf mich zukommt, wirkt ausgeglichen und gibt den Eindruck eines jungen Berufsmannes, der sein Leben im Griff hat und den so leicht nichts ins Wanken bringt.[Martin Schoch]

Doch vor einem Jahr war seine emotionale Stabilität arg aus den Fugen geraten. In der Beziehung mit seiner Freundin zeichneten sich Krisen ab und missglückter Kommunikation folgte eines Tages die „ausgerutschte Hand“ des jungen Schweizers. In der Folge kam es wieder zu Streitigkeiten, bei denen beide nicht vor physischer Gewalt zurückschreckten. Wohlwissend, dass körperliche Gewalt gegen seine Freundin keine adäquate Reaktion auf eine Beziehungskrise sein konnte, schlug er in seiner Verzweiflung eines Tages dermassen auf eine Wand ein, dass er sich mehrere Handknochen brach. „In diesem Moment und in dieser Situation kannte ich mich selber nicht mehr und wusste, dass ich etwas unternehmen muss.“ Er fand den Weg ins Männerbüro der Region Basel. MS: Wie sind sie auf das Männer-büro aufmerksam geworden? CK: Ich suchte im Internet. MS: Und da dachten sie, dass das für sie das richtige ist und haben gleich angerufen? CK: Nein ich suchte schon bevor es zu meinem Selbstunfall mit der zerschlagenen Hand kam, aber dann dachte ich wieder, ich habe die Situation schon noch im Griff. MS: Aber dann haben sie doch angerufen; hatten sie Befürchtungen, vor dem was sie erwartet. CK: Ich dachte vielleicht behandeln die mich gleich wie ein

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